Burbacher Mühle

Hofleben

Bei uns dreht sich alles um Mutterkuhhaltung und Ackerbau und das von montags bis sonntags. Einen freien Tag gibt es nur, wenn ein Betriebshelfer einspringt, denn die Kühe wollen die ganze Woche über versorgt werden. Im Sommer, wenn sie rund um die Uhr auf den Weiden stehen, gibt’s bei schlechter Wetterlage ein bisschen Entspannung. Doch sobald sich die Sonne für zwei bis drei Tage konstant am Himmel hält, nutzt Bauer Joachim die Gelegenheit für die Heuernte. Dann kann es auch sein, dass er zwanzig Stunden am Stück auf dem Traktor sitzt und das Gras mäht, es wieder wendet und schließlich zu Ballen zusammenpresst. Wenn Grassilage im Silo angelegt wird, packen auch Freunde von Partnerbetrieben mit an.


Für die Versorgung der mithelfenden Hände ist Oma Sanni zuständig, die von einem Milchbetrieb in Wintersdorf stammt und schon als Kind auf den Feldern buckelte. Ihre Lieblingstätigkeit: Kartoffel schälen. Das würde sie den ganzen Tag tun, wenn da nicht Gregor wäre. Gregor ist unser Goldschatz, zumindest meistens. Da er viel Blödsinn ausheckt, muss Sanni ständig nach ihm Ausschau halten. Gerne hilft er aber auch Opa Metti beim Füttern der Kühe und Pferde. Wenn es aber ums Aufräumen geht, verschwindet er lieber im Haus und widmet sich dem eigenem Fuhrpark auf dem Wohnzimmerteppich.

Miau Joachim Wagner-Even Burbacher Mühle

Bei uns ist es nicht sonderlich aufgeräumt, aber dass der Besen immer an der richtigen Stelle steht und die Eimer ordentlich ineinander gestapelt sind, ist Opa Metti zu verdanken. Er ist gelernter Müller mit Meisterbrief und hat bis nach dem Krieg noch selbstständig Getreide gemahlen, sattelte dann aber aus betriebswirtschaftlichen Gründen in den 1970er Jahren auf Landwirtschaft um.

Als eingefleischter Junggeselle kam er erst spät zum Familienglück. Heute freut er sich aber über unser sehr gut funktionierendes Mehrgenerationenmodell. Nur seine Schwiegertochter Susanne, die jeden Tag in ihre eigene Marketingagentur nach Trier fährt und nur wegen ihrer Pferde gelegentlich die Forke in die Hand nimmt, ist ihm noch suspekt. Ihre „Wortmaschine“ würde er gerne abstellen, wenn es um Hundeerziehung geht, aber für einen Schwank aus dem früheren Bauernleben ist sie doch eine gute Zuhörerin. Und den abendlichen „Wursttanz“ mit Schnaps, ihrem Dackel, akzeptiert sie mittlerweile auch.